Kreuzberg

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Istanbul

Der Begriff KREUZTANBUL wird in erweitertem Sinne aufgegriffen: „Kreuz“ als ein Schnittpunkt  verschiedenster Kulturen; der Bezirk„ Kreuz“berg exemplarisch für die  kulturelle Vielfalt der international maßgebenden Metropole Berlin; Is“tanbul“ als eine Stadt, die zwei Kontinente verbindet, als transkulturelle Öffnung in die verschiedensten musikalischen Kulturen unserer Welt. Der Begriff bildet sinnbildlich also das Konzept selbst ab. Die Konzerte und Events möchten, ausgehend von kulturellen Nahaufnahmen, noch nicht existierende musikalische Begegnungen initiieren, fernab von herkömmlichen Fusionen.

KREUZTANBUL fand als Festival von 2007 bis 2009 mit der Kuratorin und Musikproduzentin Elke Moltrecht statt. Es war auf den musikalischen Austausch zwischen Istanbul und Berlin und im speziellen Kreuzberg gerichtet. Ab 2015 wird der Titel für Konzerte und Events aufgegriffen, die Izzet Nihat Yersaloglu für verschiedene Veranstaltungsorte in Berlin entwirft.

 

KEUZTANBUL belebt in zeitgemäßem Geist eine weltoffene Kühnheit.

Die Konzerte und Events wollen kulturelle Begegnung erfahrbar machen. KREUZTANBUL will in Zeiten der Globalisierung einen Beitrag gegen eine kulturelle Vererbungsleere leisten.

 

KREUZTANBUL strebt eine Neupositionierung der Musik der Kulturen der Welt in Berlin an. Die Konzerte und Events spüren die Musik der Kulturen der Welt in noch nicht betrachteten Zusammenhängen auf und überführen sie in neue Kontexte.

fremder

kulturen

„Fremde Musik, exotische Musik, Folklore, außereuropäische Musik, authentische Musik, traditionelle Musik, Fusion, Weltmusik – unser Vokabular für Musik von jenseits der westlichen Kultursphäre durchlief eine eindrucksvolle Reihe von Mutationen. Obendrein entlarvt sich jeder dieser Begriffe nach genauer Betrachtung als ungenau und irreführend. Musik „fremder Kulturen“ ist Bestandteil der eigenen Musik geworden, wie die „fremde Kultur“ Teil der eigenen wurde.

Izzet Nihat Yersaloglu

Izzet Nihat Yersaloglu, geboren 1963 in Istanbul, lebt und arbeitet seit 1979 in Berlin. Die türkische Rahmentrommel Benir erlernte er autodidaktisch in Istanbul. Seit 1984 konzertierte auf Berliner und internationalen Bühnen mit der Bendir u.a. mit Nuri Karademirli, Mahmut Sayan, Mustafa Sayan, Mine Koshan, Azer Bülbül, Mahsun Kirmizigul, Mustafa Keser, Özkan Deniz,  und Levent Yilderim. Zwischen 2000 und 2010 studierte er indische Table bei Pandit Kamalesh Maitra und Laura Patchen. Darüber hinaus kuratierte er in Zusammenarbeit mit Elke Moltrecht Gedenkkonzerte für Kamalesh Maitra 2007 und 2009 im Ballhaus Naunynstraße mit Musikern wie Ustad Misirli Ahmet, Levent Yilderim, Ayaz Kapli, Murat Berber, Trilok Gurtu und dem Chor des Konservatoriums für Türkische Musik Berlin. Die Festivals KREUZTANBUL – Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul kuratierte 2007-2009 konzipierte er in Kooperation mit x-tract-production/Elke Moltrecht und der Förderung vom Hauptstadtkulturfonds und diversen Sponsoren und Unterstützern u.a. im Ballhaus Naunynstraße, Radialsystem V, Haus 13/Pfefferberg, Haus der Kulturen der Welt, Akademie der Künste, SO 36, Lido und Kulturbrauerei. Für das Residenzprogramm von Fazil Say im Konzerthaus organisierte er in Zusammenarbeit mit x-tract-production ein Konzert mit der türkischen Band Pinhani im Jahre 2011. 2011 bis 2012 arbeitete er im Heimathafen Neuköln und initiierte Koopertionen mit dtz – Bildung und Qualifizierung Berlin und Konzerte mit der türkischen Rockband Gripin sowie der Berliner Band PanZehir.  Für das Festival EthnoCity 2014 und das Ensemble Extrakte gilt er als Ideengeber. Von 2012 bis 2013 arbeitete er für ByCilMusic und organisierte Konzerte mit Hayko Cepkin und Mustafa Ceceli. Unter eigener Regie veranstaltete er die Rockband Seksendört und PanZehir 2014 im Kesselhaus/ Kulturbrauerei und im Sommerfest des NDR in Hamburg. 2015 werden u.a. Konzerte mit dem Quartett Trilok Gurtu, Sabri Tuluğ Tırpan, Levent Yildirim und der türkischen Sängerin Zara stattfinden sowie  mit dem türkischen Rocksänger Tufan Kıraç und dessen Band in der Kulturbrauerei.

DIE WELTMUSIK

Während die Referenzen des Fremden und Exotischen, der Folklore und des Außereuropäischen, des Authentischen und Traditionellen nicht mehr signifikant sind und deshalb kaum noch gebraucht werden, hat sich die letzte übriggebliebene, die Weltmusik, im Bewusstsein der Öffentlichkeit und im Sprachgebrauch der Medien als schillernder Begriff mit kontrastierenden Deutungen etabliert: Von der utopischen Vision eines globalen Stils über die Würdigung der großen außereuropäischen Musiktraditionen als der westlichen ebenbürtige bis zu einem sich neu formierenden popmusikalischen Genre.

Doch die einzelnen Deutungen schließen sich gegenseitig aus. Wir wissen weiterhin nicht, wie wir das nennen sollen, was wir auf der Welt hören.“ Johannes Theurer